Wenn Sie die deutsche Staatsbürgerschaft beantragen möchten, steht der Einbürgerungstest sehr wahrscheinlich auf Ihrer Liste. Die gute Nachricht gleich vorweg: Dieser Test ist einer der am besten planbaren Schritte auf dem ganzen Weg zur Einbürgerung. Der Test besteht aus Multiple-Choice-Fragen, alle möglichen Fragen sind vorab veröffentlicht, und rund 90 % der Teilnehmenden bestehen schon beim ersten Versuch.

In diesem Leitfaden erfahren Sie alles, was Sie 2026 wissen müssen: was der Einbürgerungstest ist, wer ihn machen muss und wer befreit ist, wie er aufgebaut ist, was er kostet, welche Themen vorkommen, wie die Anmeldung funktioniert — und wie der Test in den gesamten Einbürgerungsprozess passt.

Was ist der Einbürgerungstest?

Der Einbürgerungstest — oft auch „deutscher Staatsbürgerschaftstest” genannt — ist ein bundesweit einheitlicher Multiple-Choice-Test, den die meisten Erwachsenen im Rahmen der Einbürgerung bestehen müssen. Verantwortlich ist das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Durchgeführt wird der Test an rund 500 Prüfstellen im ganzen Land — meistens an Volkshochschulen (VHS).

Der Test soll zeigen, dass Sie Grundkenntnisse über die Rechts- und Gesellschaftsordnung in Deutschland haben: Wie funktioniert die Demokratie? Was garantiert das Grundgesetz? Welche Momente der deutschen Geschichte sind wichtig? Dazu kommt Alltagswissen über das Leben in Deutschland. Wichtig zu wissen: Der Einbürgerungstest ist keine Sprachprüfung und kein Gespräch. Sie setzen sich hin, beantworten schriftliche Multiple-Choice-Fragen und sind in maximal einer Stunde fertig.

Grundlage ist ein offizieller Katalog mit genau 310 Fragen: 300 allgemeine Fragen, die überall in Deutschland gleich sind, plus 10 Fragen zu Ihrem Bundesland. Weil jede mögliche Frage vorab veröffentlicht ist, ist die Vorbereitung wirklich überschaubar — Sie lernen genau das, was später abgefragt wird.

Wer muss den Test machen?

Grundsätzlich gilt: Wer die deutsche Staatsbürgerschaft durch Einbürgerung beantragt, muss Kenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung nachweisen. Der Einbürgerungstest ist der Standardweg dafür. Es gibt aber mehrere Gruppen, die davon befreit sind.

Befreiungen vom Einbürgerungstest

Sie müssen den Test nicht ablegen, wenn einer der folgenden Punkte auf Sie zutrifft:

  • Sie haben einen deutschen Schulabschluss.
  • Sie haben an einer deutschen Hochschule ein Studium in Rechts-, Sozial-, Politik- oder Verwaltungswissenschaften abgeschlossen.
  • Sie haben den Integrationskurs des BAMF erfolgreich abgeschlossen und dabei den Abschlusstest „Leben in Deutschland” mit einem Ergebnis bestanden, das auch für die Einbürgerung zählt (dazu gleich mehr).
  • Sie können den Test wegen Krankheit, Behinderung oder aus Altersgründen nicht ablegen.

Außerdem gibt es eine Sonderregelung für die sogenannte Gastarbeitergeneration: Seit der Reform des Staatsangehörigkeitsgesetzes (StAG) im Juni 2024 reichen für diese Gruppe mündliche Deutschkenntnisse aus — ein Einbürgerungstest ist nicht nötig.

Eine Befreiung verdient besondere Aufmerksamkeit, weil sie immer wieder für Verwirrung sorgt: der Leben-in-Deutschland-Test (kurz LiD). Er nutzt denselben Katalog mit 310 Fragen und dasselbe Format wie der Einbürgerungstest, hat aber einen anderen Zweck. Entscheidend ist: Wer im LiD-Test mindestens 17 Fragen richtig beantwortet, hat damit auch den Nachweis für die Einbürgerung erbracht und muss den Einbürgerungstest nie separat ablegen. Wenn Sie unsicher sind, welcher Test für Sie der richtige ist, lesen Sie unseren Vergleich zum Unterschied zwischen Einbürgerungstest und Leben-in-Deutschland-Test.

Aufbau des Tests: 33 Fragen, 60 Minuten, bestanden ab 17

So sieht der Prüfungstag konkret aus:

ElementDetails
Fragen auf Ihrem Testbogen33 (30 allgemeine + 3 zum Bundesland)
Fragenkatalog310 (300 allgemeine + 10 je Bundesland)
FormatMultiple Choice, 4 Antwortmöglichkeiten, genau 1 richtig
Zeit60 Minuten
Bestehensgrenze17 richtige Antworten (etwa 52 %)
Kosten25 € pro Versuch
WiederholungenUnbegrenzt möglich (Gebühr jeweils neu)

Jedes Testheft enthält 33 Fragen aus dem offiziellen Katalog: 30 aus dem allgemeinen Teil und 3 aus den 10 Fragen Ihres Bundeslandes. Jede Frage hat vier Antwortmöglichkeiten, genau eine ist richtig. Sie haben 60 Minuten Zeit — das ist großzügig bemessen. Gut vorbereitete Teilnehmende sind oft schon nach deutlich weniger als der Hälfte der Zeit fertig.

Zum Bestehen brauchen Sie 17 richtige Antworten von 33. Das sind etwa 52 % — Sie dürfen also 16 Fragen falsch beantworten und bestehen trotzdem. Zusammen mit der Tatsache, dass alle 310 möglichen Fragen öffentlich sind, erklärt diese niedrige Hürde, warum ungefähr neun von zehn Teilnehmenden den Einbürgerungstest beim ersten Versuch bestehen.

Und falls es doch nicht klappt: Das ist kein Beinbruch. Sie können den Test beliebig oft wiederholen und zahlen jedes Mal die Gebühr von 25 €.

Welche Themen kommen im Test vor?

Die 300 allgemeinen Fragen verteilen sich auf drei große Themenblöcke:

Politik in der Demokratie. Das ist der größte Block. Es geht um das demokratische System in Deutschland, das Grundgesetz, die Grundrechte, Wahlen, die Aufgaben von Bundestag und Bundesregierung, den Rechtsstaat und die Frage, wie Bürgerinnen und Bürger am politischen Leben teilnehmen. Typische Fragen: Welche Rechte garantiert die Verfassung? Wie werden Abgeordnete gewählt?

Geschichte und Verantwortung. Diese Fragen behandeln die deutsche Geschichte und die Verantwortung, die daraus folgt — vor allem den Nationalsozialismus und den Holocaust, aber auch die deutsche Teilung nach dem Zweiten Weltkrieg, das Leben in Ost und West und die Wiedervereinigung 1990.

Mensch und Gesellschaft. Der dritte Block dreht sich um den Alltag in Deutschland: Religion und Religionsfreiheit, Bildung und Schule, Arbeit, Familie und gesellschaftliche Regeln.

Dazu kommen auf Ihrem Testbogen 3 Fragen aus dem Katalog Ihres Bundeslandes — typischerweise zum Landtag, zur Landeshauptstadt, zum Wappen und zu ähnlichen Themen der Landespolitik.

Wichtig zu wissen: Der Fragenkatalog wurde im Frühjahr 2024 aktualisiert. Das BAMF hat 10 neue Fragen aufgenommen — zu jüdischem Leben in Deutschland, zu Antisemitismus sowie zum Existenzrecht Israels und zur besonderen Verantwortung Deutschlands für Israel. Die Gesamtzahl blieb bei 310, weil der Katalog gleichzeitig überarbeitet wurde. So kann heute zum Beispiel gefragt werden, in welchen deutschen Städten die größten jüdischen Gemeinden leben (Berlin und München) oder ob die Leugnung des Holocaust strafbar ist (ja — mit bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe). Alle Themenblöcke, die Bundesland-Fragen und die 10 neuesten Fragen nehmen wir in unserem Beitrag zu den 310 offiziellen Fragen des Einbürgerungstests im Detail auseinander.

Wie der Test in den Einbürgerungsprozess passt

Der Einbürgerungstest ist nur eine von mehreren Voraussetzungen für die deutsche Staatsbürgerschaft. Stand 2026 gelten nach dem modernisierten Staatsangehörigkeitsgesetz, das seit dem 27. Juni 2024 in Kraft ist, im Kern diese Anforderungen:

  • In der Regel 5 Jahre rechtmäßiger Aufenthalt in Deutschland (vor der Reform waren es 8 Jahre). Wer seit mindestens 2 Jahren mit einer deutschen Staatsangehörigen oder einem deutschen Staatsangehörigen verheiratet ist, kann schon nach 3 Jahren Aufenthalt eingebürgert werden.
  • Deutschkenntnisse auf dem Niveau B1 — nachgewiesen durch ein Zertifikat oder gleichwertige Nachweise wie einen deutschen Schulabschluss oder eine auf Deutsch abgeschlossene Ausbildung oder ein Studium.
  • Ein bestandener Einbürgerungstest — oder ein Leben-in-Deutschland-Test mit mindestens 17 richtigen Antworten oder eine Befreiung.
  • Ein gesicherter Lebensunterhalt ohne bestimmte Sozialleistungen (mit Härtefallausnahmen).
  • Keine schweren Straftaten, ein Bekenntnis zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung und die Anerkennung der besonderen historischen Verantwortung Deutschlands, auch für den Holocaust.
  • Gültige Identitäts- und Aufenthaltsdokumente. Ab 16 Jahren können Sie den Antrag selbst stellen.

Seit der Reform von 2024 ist außerdem die doppelte Staatsbürgerschaft für alle erlaubt — Sie müssen Ihre bisherige Staatsangehörigkeit nicht mehr aufgeben. Beachten Sie aber: Die „Turbo-Einbürgerung” nach 3 Jahren bei besonderen Integrationsleistungen wurde wieder abgeschafft. Der Bundestag hat das am 8. Oktober 2025 beschlossen; das Gesetz ist seit dem 30. Oktober 2025 in Kraft. Die Regeln haben sich in den letzten Jahren also mehrfach geändert. Den aktuellen Stand fassen wir in unserem Überblick zu den Voraussetzungen für die Einbürgerung 2026 zusammen.

Den Einbürgerungsantrag stellen Sie bei Ihrer örtlichen Einbürgerungsbehörde; einige Bundesländer bieten inzwischen digitale Anträge an. Die Antragsgebühr beträgt 255 € pro Erwachsenem und 51 € pro minderjährigem Kind, das mit einem Elternteil eingebürgert wird; Ermäßigungen sind in bestimmten Fällen möglich. Die Bearbeitungszeiten unterscheiden sich je nach Stadt stark — häufig mehrere Monate bis über ein Jahr. Genau deshalb lohnt es sich, den Test früh zu erledigen: Ihre Bescheinigung liegt dann bereit, wenn der Rest Ihrer Unterlagen komplett ist. Einen mehrsprachigen Überblick über den gesamten Einbürgerungsprozess bietet Handbook Germany; die offiziellen Anforderungen finden Sie auf der Einbürgerungsseite des BAMF.

Anmeldung, Prüfungstag und Ergebnis: das Wichtigste

Für den Einbürgerungstest melden Sie sich direkt bei einer Prüfstelle an — meistens einer Volkshochschule. Wenn Sie nicht wissen, welche Prüfstellen es in Ihrer Nähe gibt, hilft Ihnen Ihre Einbürgerungsbehörde weiter. Termine und Vorlaufzeiten unterscheiden sich von Prüfstelle zu Prüfstelle — fragen Sie also frühzeitig nach. Die Gebühr von 25 € pro Versuch zahlen Sie an die Prüfstelle.

Am Prüfungstag bringen Sie ein gültiges Ausweisdokument mit Foto mit. Sie erhalten ein Testheft mit Ihren 33 Fragen und kreuzen Ihre Antworten innerhalb der 60 Minuten an. Ausgewertet wird zentral. Danach bekommen Sie vom BAMF ein offizielles Dokument per Post — die „Bescheinigung über Ihr persönliches Testergebnis” — in der Regel einige Wochen nach dem Test. Diese Bescheinigung reichen Sie mit Ihrem Einbürgerungsantrag ein. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung von der Terminbuchung über den Ablauf im Prüfungsraum bis zum Eintreffen der Bescheinigung finden Sie in unserem Praxis-Guide zu Anmeldung, Ablauf am Prüfungstag und Ergebnis des Einbürgerungstests.

So bereiten Sie sich vor — ohne Übertreibung

Weil alle möglichen Fragen veröffentlicht sind, ist die Vorbereitung auf den Einbürgerungstest keine Frage endlosen Lernens, sondern systematischen Übens. Ein paar bewährte Hinweise:

  1. Arbeiten Sie den kompletten Katalog durch. Alle 310 Fragen — 300 allgemeine plus die 10 Ihres Bundeslandes — sind vorab verfügbar. Gehen Sie sie so oft durch, bis Ihnen die richtigen Antworten vertraut vorkommen.
  2. Nutzen Sie den offiziellen Mustertest. Das BAMF stellt einen kostenlosen Musterfragebogen bereit sowie einen Online-Fragenkatalog. So sehen Sie das echte Format schon vor dem Prüfungstag.
  3. Machen Sie Prüfungssimulationen mit Zeitlimit. Wer das Format „33 Fragen in 60 Minuten” ein paarmal simuliert hat, geht deutlich gelassener in die Prüfung — und merkt, wie viel Zeit tatsächlich übrig bleibt.
  4. Vergessen Sie die Bundesland-Fragen nicht. Nur 3 davon stehen auf Ihrem Bogen, aber es gibt insgesamt nur 10 zu lernen — leichte Punkte.
  5. Verstehen statt nur auswendig lernen. Viele Fragen testen dieselben Grundkonzepte (Grundrechte, Wahlen, NS-Zeit). Wer die Zusammenhänge versteht, beantwortet Dutzende Fragen auf einmal leichter.

Wenn Sie lieber am Smartphone lernen: Mit der LebenPro-App üben Sie alle 310 offiziellen Fragen — inklusive der Fragen Ihres Bundeslandes — mit Erklärungen und englischen Übersetzungen, machen realistische Prüfungssimulationen und sehen im Fortschritts-Tracking genau, welche Themen noch Übung brauchen. Und wenn Sie Struktur mögen: Wir haben die gesamte Vorbereitung in einen Zeitplan gegossen — unseren 4-Wochen-Lernplan für den Einbürgerungstest.

Häufig gestellte Fragen

Wie schwer ist der Einbürgerungstest?

Gemessen an anderen Prüfungen: nicht sehr. Sie brauchen 17 von 33 Multiple-Choice-Fragen richtig (etwa 52 %), alle 310 möglichen Fragen sind vorab veröffentlicht, und rund 90 % der Teilnehmenden bestehen beim ersten Versuch. Mit ein bis zwei Wochen regelmäßigem Üben sind die meisten gut vorbereitet.

Was kostet der Einbürgerungstest 2026?

Der Test kostet 25 € pro Versuch, zahlbar an die Prüfstelle. Wenn Sie nicht bestehen, können Sie ihn beliebig oft wiederholen — jeweils gegen die Gebühr von 25 €. Davon getrennt ist die Antragsgebühr für die Einbürgerung von 255 € pro Erwachsenem.

Kann ich den Test auf Englisch machen?

Nein, der Einbürgerungstest wird nur auf Deutsch angeboten. Da für die Einbürgerung ohnehin Deutschkenntnisse auf B1-Niveau nötig sind, ist die Sprache der Fragen bewusst verständlich gehalten. Beim Lernen helfen Erklärungen und englische Übersetzungen — zum Beispiel in der LebenPro-App —, damit Sie die Inhalte verstehen, während Sie die deutschen Formulierungen lernen.

Was passiert, wenn ich den Test nicht bestehe?

Nichts Dramatisches: Es gibt keine Wartezeit und keine Begrenzung der Versuche. Sie melden sich einfach erneut bei einer Prüfstelle an und zahlen die 25 € für den neuen Versuch. Da Sie 16 von 33 Fragen falsch beantworten dürfen und trotzdem bestehen, reicht meistens eine gezielte Wiederholung Ihrer schwachen Themen.

Ist der Einbürgerungstest dasselbe wie der Leben-in-Deutschland-Test?

Beide nutzen denselben Katalog mit 310 Fragen und dasselbe Format mit 33 Fragen — aber sie haben unterschiedliche Zwecke: Der LiD-Test schließt den Orientierungskurs ab und zählt für die Niederlassungserlaubnis, der Einbürgerungstest dient der Einbürgerung. Mit mindestens 17 richtigen Antworten zählt der LiD-Test aber auch für die Einbürgerung.

Bereit für die Vorbereitung? Laden Sie LebenPro auf lebenpro.de herunter, üben Sie alle 310 offiziellen Fragen mit Erklärungen, machen Sie realistische Prüfungssimulationen und verfolgen Sie Ihren Fortschritt — bis Sie am Prüfungstag wissen, dass Sie bestehen werden.