Für den Einbürgerungstest zu lernen ist das eine — ihn tatsächlich abzulegen das andere. Viele Kandidatinnen und Kandidaten arbeiten wochenlang die offiziellen Fragen durch und stellen dann fest: Sie wissen gar nicht, wie man sich anmeldet, was im Prüfungsraum passiert oder wie lange sie auf ihre Bescheinigung warten müssen. Die gute Nachricht: Die Organisation rund um den Einbürgerungstest ist erfrischend einfach — verglichen mit dem meisten, was deutsche Bürokratie sonst so bereithält. Eine Gebühr, ein Ausweis, eine Stunde im Raum, eine Bescheinigung per Post.
Dieser Leitfaden führt Sie durch den gesamten praktischen Weg: eine Prüfstelle finden, sich anmelden und die 25 € bezahlen, was Sie am Prüfungstag mitbringen und erwarten sollten, was bei Nichtbestehen passiert und wie das Ergebnis in Ihren Einbürgerungsantrag einfließt. Wenn Sie zuerst verstehen möchten, was der Test überhaupt beinhaltet und wer ihn ablegen muss, beginnen Sie mit unserem kompletten Leitfaden zum Einbürgerungstest und kommen Sie hierher zurück, sobald Sie buchen möchten.
Schritt 1: Eine Prüfstelle in Ihrer Nähe finden
Der Einbürgerungstest wird vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) verantwortet, aber vor Ort an rund 500 Prüfstellen in ganz Deutschland durchgeführt. In den meisten Städten ist die Prüfstelle die örtliche Volkshochschule (VHS) — also genau die Einrichtung, die Sie vielleicht schon von Sprach- oder Abendkursen kennen. Größere Städte haben oft mehrere VHS-Standorte, die den Test anbieten; kleinere Orte teilen sich mitunter eine Prüfstelle mit Nachbargemeinden.
Zwei verlässliche Wege, Ihre Prüfstelle zu finden:
- Fragen Sie bei der Einbürgerungsbehörde nach. Das ist die lokale Behörde, die später Ihren Einbürgerungsantrag bearbeitet — sie kann Ihnen genau sagen, welche Prüfstellen für Ihre Region zuständig sind. Da Sie mit dieser Behörde ohnehin zu tun haben werden, ist die Frage nach dem Test ein sinnvoller früher Schritt.
- Schauen Sie auf der BAMF-Website nach. Die BAMF-Seiten zur Einbürgerung erklären den Test und führen Sie zum offiziellen Fragenkatalog und zu den Prüfstellen vor Ort.
Sie müssen den Test übrigens nicht in Ihrer Wohnortstadt ablegen. Hat Ihre örtliche VHS lange Wartelisten, können Sie sich an einer Prüfstelle in einer anderen Stadt anmelden — ein praktischer Ausweg in stark nachgefragten Regionen.
Ein wichtiger Hinweis, bevor Sie buchen: Prüfen Sie, ob Sie diesen Test überhaupt brauchen. Wenn Sie einen Integrationskurs beim BAMF abgeschlossen und im Leben-in-Deutschland-Test mindestens 17 Punkte erreicht haben, zählt dieses Ergebnis bereits für die Einbürgerung. Weitere Ausnahmen gibt es ebenfalls — zum Beispiel bei einem deutschen Schulabschluss oder bestimmten deutschen Hochschulabschlüssen. Unser Vergleich von Einbürgerungstest und Leben-in-Deutschland-Test erklärt genau, wann welcher Test der richtige ist.
Schritt 2: Anmeldung und die 25 € Gebühr
Die Anmeldung läuft direkt über die Prüfstelle, nicht über das BAMF. Je nach Prüfstelle können Sie sich persönlich, telefonisch oder online über die Website der Volkshochschule anmelden. In der Regel geben Sie Name, Geburtsdatum, Adresse und Ausweisdaten an und wählen aus den verfügbaren Terminen.
Die Gebühr beträgt 25 € pro Versuch, zahlbar an die Prüfstelle bei der Anmeldung (die Zahlungswege variieren — manche Stellen möchten eine Überweisung vorab, andere kassieren vor Ort). Versteckte Zusatzkosten gibt es nicht: Die 25 € decken den Test, die Auswertung und die Bescheinigung ab.
Planen Sie Wartezeiten ein. Prüfungstermine finden in festen Abständen statt, nicht auf Abruf — und wie lange Sie auf einen Platz warten, unterscheidet sich deutlich von Stadt zu Stadt. Mancherorts sitzen Sie innerhalb weniger Wochen im Test; in Großstädten mit hoher Nachfrage können die Wartelisten erheblich länger sein. Da das Einbürgerungsverfahren insgesamt Geduld verlangt — die Bearbeitungszeiten bei den Einbürgerungsbehörden liegen je nach Stadt häufig bei mehreren Monaten bis über einem Jahr, wie unser Überblick über die Einbürgerungs-Voraussetzungen 2026 zeigt —, ist eine frühe Testanmeldung einer der wenigen Zeithebel, die wirklich in Ihrer Hand liegen. Sie können sich schon vor Abgabe Ihres Einbürgerungsantrags zum Test anmelden; die Bescheinigung verfällt nicht.
Eine sinnvolle Reihenfolge: erst den Prüfungstermin buchen, dann die Vorbereitung darum herum planen. Ein fester Termin in einigen Wochen ist eine hervorragende Motivation — und ein strukturierter 4-Wochen-Lernplan passt in die meisten Buchungsfenster.
Schritt 3: Was Sie am Prüfungstag mitbringen
Die Packliste ist kurz:
- Ein gültiges Ausweisdokument mit Foto. Ihr Reisepass oder ein anderes amtliches Identitätsdokument. Das ist nicht verhandelbar — die Prüfstelle muss sicherstellen, dass die Person im Raum die angemeldete Person ist. Bringen Sie dasselbe Dokument mit, das Sie bei der Anmeldung angegeben haben.
- Ihre Anmeldebestätigung, falls die Prüfstelle eine ausgestellt hat.
- Sonst eigentlich nichts. Stifte werden gestellt oder von der Prüfstelle vorgegeben — Hilfsmittel dürfen Sie ohnehin keine benutzen.
Wörterbücher, Notizen und Lernmaterialien bleiben in der Tasche. Handys müssen ausgeschaltet und verstaut sein. Kommen Sie früh — 15 bis 30 Minuten vor Beginn sind ein sicherer Puffer, denn der Check-in (Ausweiskontrolle, Platzzuweisung) findet statt, bevor die Uhr läuft.
Schritt 4: So läuft die Prüfung ab
Der Ablauf ist bundesweit standardisiert — Sie können ihn sich also vorab genau vorstellen:
- Check-in. Die Mitarbeitenden gleichen Ihren Ausweis mit der Anmeldeliste ab und weisen die Plätze zu.
- Einweisung. Die Aufsicht erklärt die Regeln und wie die Antworten zu markieren sind.
- Das Testheft. Sie erhalten ein gedrucktes Testheft mit 33 Fragen: 30 allgemeine Fragen und 3 zu Ihrem Bundesland. Jede Frage hat vier Antwortmöglichkeiten mit genau einer richtigen Antwort.
- 60 Minuten. Die Zeit läuft. Sie markieren pro Frage eine Antwort, wie in der Einweisung erklärt. Sauberes Markieren zählt: Wenn Sie sich umentscheiden, folgen Sie dem erklärten Korrekturverfahren, damit Ihre endgültige Wahl eindeutig ist.
- Abgeben und fertig. Sie dürfen gehen, sobald Sie fertig sind — die meisten sind es deutlich vor Ablauf der Stunde. Mit der Abgabe des Testhefts endet Ihre Prüfung.
Zum Bestehen brauchen Sie 17 richtige Antworten von 33 — rund 52 %. Es gibt keinen Punktabzug für falsche Antworten, also beantworten Sie jede Frage, auch wenn Sie raten müssen. Wenn Ihnen das Format noch fremd ist, arbeiten Sie vorher den kostenlosen offiziellen Musterfragebogen des BAMF durch; er entspricht dem echten Testheft. Alle 33 Fragen stammen aus dem veröffentlichten Katalog von 310 Fragen — welche Themen darin stecken, zeigen wir Ihnen Bereich für Bereich in unserem Leitfaden zu den offiziellen Einbürgerungstest-Fragen.
Regeln während der Prüfung
Die Regeln sind, was man von einer formellen Prüfung erwartet — und Verstöße können den Versuch ungültig machen:
- Nicht sprechen, keinen anderen helfen, nicht in die Hefte der Nachbarn schauen.
- Keine Handys, Smartwatches, Wörterbücher, Notizen oder sonstigen Hilfsmittel.
- Der Test findet nur auf Deutsch statt; die Aufsicht darf Fragen nicht übersetzen.
- Folgen Sie den Anweisungen der Aufsicht zu Markierungen und Korrekturen.
Nichts davon muss eine gut vorbereitete Person beunruhigen. Rund 90 % der Teilnehmenden bestehen beim ersten Versuch — eine Zahl, die man sich merken sollte, wenn die Nervosität kommt.
Was passiert bei Nichtbestehen?
Zunächst zur Einordnung: Bei einer Bestehensgrenze von 17 von 33 und einem öffentlichen Fragenkatalog bedeutet Durchfallen fast immer zu wenig Vorbereitung — nicht mangelnde Fähigkeit. Und die Folgen sind mild:
- Sie können den Test beliebig oft wiederholen. Es gibt keine Begrenzung der Versuche und keine Wartefrist seitens des BAMF — Sie melden sich einfach erneut bei einer Prüfstelle an.
- Jeder Versuch kostet 25 €. Die Gebühr fällt pro Teilnahme an. Eine Wiederholung ist also eine Unannehmlichkeit und ein kleiner Betrag — keine Krise.
- Sonst passiert nichts. Ein nicht bestandener Versuch wird Ihrem Einbürgerungsantrag nicht angelastet; es zählt allein das spätere Bestehen.
Falls Sie einen zweiten Anlauf brauchen, ändern Sie nicht nur, wie viel Sie lernen, sondern wie. Finden Sie heraus, welcher Themenblock Sie Punkte gekostet hat — Politik und Recht, Geschichte, Alltag und Gesellschaft oder die Bundesland-Fragen — und trainieren Sie gezielt dort. Genau hier zahlt sich App-gestütztes Üben aus: LebenPro wertet Ihre Leistung über alle 310 offiziellen Fragen aus und zeigt die Themen, bei denen Sie wiederholt Punkte verlieren. So wird die Wiederholung zur gezielten Reparatur statt zum Neustart bei null.
Ihr Ergebnis: die Bescheinigung vom BAMF
Ihr Ergebnis erfahren Sie nicht direkt vor Ort. Die Testhefte werden zentral ausgewertet, und das Ergebnis kommt per Post als offizielle Bescheinigung vom BAMF — die „Bescheinigung über Ihr persönliches Testergebnis”. Sie wird in der Regel einige Wochen nach dem Test verschickt; die genaue Wartezeit variiert. Geraten Sie also nicht in Panik, wenn Bekannte, die anderswo getestet wurden, früher Post bekommen.
Die Bescheinigung nennt Ihr Ergebnis und dokumentiert — bei mindestens 17 richtigen Antworten —, dass Sie den Einbürgerungstest bestanden haben. Drei praktische Punkte:
- Bewahren Sie das Original sicher auf. Die Einbürgerungsbehörde will es im Rahmen Ihres Antrags sehen. Legen Sie es zu Ihren anderen Antragsunterlagen (Passkopien, B1-Sprachzertifikat und so weiter) und machen Sie einen Scan oder eine Kopie für Ihre Unterlagen.
- Sie verfällt nicht. Ein bestandener Einbürgerungstest bleibt unbegrenzt gültig. Den Test früh abzulegen — auch ein Jahr oder mehr vor dem Antrag — kostet Sie also nichts und räumt eine Voraussetzung frühzeitig aus dem Weg.
- Falls sie verloren geht, wenden Sie sich an die Prüfstelle oder das BAMF, um eine Bestätigung Ihres Ergebnisses zu erhalten. Deutlich einfacher ist es allerdings, das Original von Anfang an in einem Ordner zu verwahren.
Wo der Test in Ihren Einbürgerungs-Zeitplan gehört
Weil die Bescheinigung nie verfällt, lautet die klügste Reihenfolge für die meisten: früh testen, in Ruhe beantragen. Ein realistischer Zeitplan sieht so aus:
| Etappe | Typischer Zeitpunkt | Hinweise |
|---|---|---|
| Prüfstelle finden und anmelden | Woche 0 | Einbürgerungsbehörde fragen oder VHS prüfen; 25 € zahlen |
| Vorbereitung | ca. 4 Wochen | Der komplette Katalog mit 310 Fragen ist öffentlich; strukturiertes tägliches Üben reicht den meisten |
| Test ablegen | je nach Terminlage | Variiert nach Stadt — in gefragten Regionen früh buchen |
| Bescheinigung vom BAMF erhalten | einige Wochen nach dem Test | Kommt per Post; Original aufbewahren |
| Einbürgerungsantrag stellen | sobald die übrigen Voraussetzungen erfüllt sind | Die Bescheinigung verfällt nicht |
| Bearbeitung des Antrags | häufig mehrere Monate bis über ein Jahr | Unterscheidet sich stark von Stadt zu Stadt |
Der Test ist selten der Engpass — die Antragsbearbeitung ist es. Genau deshalb lohnt es sich, den Test früh zu erledigen: Während die Einbürgerungsbehörde Ihre Akte bearbeitet, wollen Sie nicht diejenige Person sein, deren Verfahren an einem 25-€-Test hängt, der längst hätte bestanden sein können. Einen guten mehrsprachigen Überblick über das gesamte Einbürgerungsverfahren bietet außerdem der Ratgeber von Handbook Germany.
Und falls Sie noch früher auf Ihrem Weg sind — also zunächst auf die Niederlassungserlaubnis statt auf die Einbürgerung hinarbeiten: Der Leben-in-Deutschland-Test am Ende des Integrationskurses kann beide Ziele auf einmal abdecken, wenn Sie 17 oder mehr Punkte erreichen.
FAQ
Wie melde ich mich zum Einbürgerungstest an?
Sie melden sich direkt bei einer Prüfstelle an — meist einer Volkshochschule (VHS). In Deutschland gibt es rund 500 Prüfstellen; Ihre Einbürgerungsbehörde kann Ihnen sagen, welche für Ihre Region zuständig sind. Sie wählen einen Termin, geben Ihre Daten an und zahlen die Gebühr von 25 € an die Prüfstelle.
Was kostet der Einbürgerungstest?
25 € pro Versuch, zahlbar an die Prüfstelle. Wenn Sie nicht bestehen, können Sie den Test so oft wiederholen, wie Sie möchten — jeweils gegen erneute 25 €. Eine Begrenzung der Versuche gibt es nicht.
Was muss ich am Prüfungstag mitbringen?
Ein gültiges Ausweisdokument mit Foto (zum Beispiel Ihren Reisepass), das zu Ihren Anmeldedaten passt, plus Ihre Anmeldebestätigung, falls Sie eine erhalten haben. Hilfsmittel sind nicht erlaubt — keine Wörterbücher, Notizen oder Handys. Kommen Sie rechtzeitig zum Check-in.
Wann und wie bekomme ich mein Ergebnis?
Das Ergebnis wird nicht am Prüfungstag bekannt gegeben. Das BAMF schickt Ihnen eine offizielle Bescheinigung per Post — die „Bescheinigung über Ihr persönliches Testergebnis” —, in der Regel einige Wochen nach dem Test. Zum Bestehen brauchen Sie mindestens 17 von 33 richtigen Antworten.
Verfällt die Bescheinigung über den Einbürgerungstest?
Nein. Ein bestandener Test bleibt unbegrenzt gültig — Sie können ihn also lange vor Ihrem Einbürgerungsantrag ablegen. Bewahren Sie das Original sicher auf; die Einbürgerungsbehörde wird danach fragen.
Die Organisation ist der leichte Teil — Ihre Zeit gehört der Vorbereitung. Mit LebenPro üben Sie alle 310 offiziellen Fragen — inklusive der Fragen Ihres Bundeslandes — mit Prüfungssimulationen unter echten Testbedingungen, verständlichen Erklärungen und Fortschritts-Tracking. So fühlen sich die 60 Minuten im Prüfungsraum am Ende wie ein ganz normaler Übungsdurchlauf an.